an noch keinem anderen ort erlebte ich
die konstruktive kraft des feuers in einem solchen ausmaß wie in
der atelierwerkstätte des kurt lintner. nicht die brachiale wucht
empfängt einen hier, wie sie sonst so üblich ist, so nötig ist um
dem eisen die form abzuringen, hier arbeitet förmlich das material
mit dem menschen. lichtdurchflutet wie die arbeitsstätte sind die
entwürfe des künstlers. den arbeiten gehen lange entwurfsphasen voraus-
mit schnellen strichen entstehen wunderwelten, die allzuleicht ihre
spezifische schwere verheimlichen aber nicht vertuschen. raumhohe
skulpturen scheinen leicht, rost wird hier zur feinen patina, die
bewusster teil des ganzen ist.
die esse, uralter glutort der schmieden, ist im zentrum und behauptet
sich in ihrer archaik neben plasmaschneider und halogonschweißgerät,
sie ist nicht liebevollgepflegtes relikt sondern immer noch mittelpunkt
der täglichen arbeit. |