kurt lintner
mit feuer, amboss, eisen
ein metallplastiker

an noch keinem anderen ort erlebte ich die konstruktive kraft des feuers in einem solchen ausmaß wie in der atelierwerkstätte des kurt lintner. nicht die brachiale wucht empfängt einen hier, wie sie sonst so üblich ist, so nötig ist um dem eisen die form abzuringen, hier arbeitet förmlich das material mit dem menschen. lichtdurchflutet wie die arbeitsstätte sind die entwürfe des künstlers. den arbeiten gehen lange entwurfsphasen voraus- mit schnellen strichen entstehen wunderwelten, die allzuleicht ihre spezifische schwere verheimlichen aber nicht vertuschen. raumhohe skulpturen scheinen leicht, rost wird hier zur feinen patina, die bewusster teil des ganzen ist.

die esse, uralter glutort der schmieden, ist im zentrum und behauptet sich in ihrer archaik neben plasmaschneider und halogonschweißgerät, sie ist nicht liebevollgepflegtes relikt sondern immer noch mittelpunkt der täglichen arbeit.

         
 
 
 
 
 

metalle werden hier vom künstler erhitzt, verformt und in minuten entsteht am schmiedeamboss unter den wuchtigen schlägen filigrane arbeiten, kühlen ab, werden wieder erhitzt. mit beiden händen vermag der künstler den hammer zu schwingen und neben tonnenschweren großplastiken entstehen durchscheinende fast schwerelose objekte, die dem umraum, der natur die gleiche bedeutung zugestehen wie dem kunstwerk selbst.

 

 
 
 
 
 
   
     
besucht man das leonardo museum in vinci begegnet einem der nachbau eines gleiters, wie ihn das universalgenie entworfen hat - schwer in wuchtiger holzkonstruktion - flugunfähig; in der werkstatt des kurt lintner könnte man durchaus auf eine flügelkonstruktion treffen, die den ikarus zum flug zur sonne verhelfen könnte.
 
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