mitte
juli durfte ich zusammen mit professor Willi Gösweiner
den bildhauer
und lehrer am paulinum Norbert Eisner besuchen.Wie so viele sommer
arbeitete er auch dieses jahr im südtiroler ort laas, bekannt
für den
weltberühmten und -geschätzten laaser marmor.
hier ist einer der arbeitsplätze des künstlers norbert
eisner - zum einen hält er dort für schüler und interessierte
bildhauerkurse ab zum anderen arbeitet er selbst direkt im werk an
seinen skulpturen.
bei der entstehung seines jüngsten projekts "Das Letzte
Abendmahl" durften wir zwei besucher ihn beobachten und mit
ihm über das objekt sprechen.
aus einem großen marmortisch und dreizehn hockern besteht das
objekt -das auch zum benützen anregen soll, zur debatte, zum
gespräch, ähnlich wie den malern der renaissance die darstellung
des abendmahls zur darstellung der sacra conversationae, zum heiligen,
andächtigen gespräch diente.
der
tisch, der mittelpunkt des objekts ist beinahe fertig. eine wunderbare
oberfläche, durch die natur gestaltet, indem feine
hellgraue schlieren wie ein feingewobenes tuch über dem stein
liegen, ein tuch das aber den stein durchdringt, ihn leicht macht,
fast schwebend - durch den menschen gestaltet - mit der besonderen
arbeitsweise des bildhauers eisner, der in minutiöser kleinarbeit
meißelschlag an meißelschlag nebeneinandersetzt - die
oberfläche überzieht, dem stein die physische schwere nimmt,
ihm aber die inhaltliche bedeutung den tiefen ernst in den stein
fließen lässt.
das gewaltige gewicht, etwa 600 kg, veranlasste den künstler
dieses teil seines kunstwerks im werk zu gestalten. die leichteren
hockersteine - wobei leichter hier sehr relativ ist - bearbeitet
er jedoch hoch droben, hoch droben.......
auf den rimpfhöfen, einer aufgegeben aber von einem aktiven
kulturverein revitalisierten hofstelle, hoch über dem tal arbeitet
norbert eisner an den marmorblöcken. er hat sich sein tagespensum
vorgenommen - allein ist er dort droben, wohnt im ausgebauten dachgeschoss,
versorgt sich selbst und kocht viel und sehr gut.
ist
das pensum erfüllt, ist zeit für ein gespräch
- über die kunst, den marmor, die menschen........
im herbst
soll die skulptur gezeigt werden, im stift stams, und zu gesprächen
einladen, zu conversationae - ob sacra oder nicht.
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