die vorbereitungen zu den bildern – locus iste und wasser
wie öl begann ich schon im juni – danach wanderten sie
zum trocknen in den abstellraum.in der zwischenzeit passierte das
furchtbare unwetter im august -beim weiterarbeiten wurden das flüssigfeste
bitumen, die tonkrüge zu einem schrecklichen tatsachenbild – die
wasser, die nicht mehr zu stoppen waren – die schlammmassen,
die alles verschütteten und auffraßen – bilder,
die mir zum zeichen wurden – es ist genug.
als im august die wolken keinen stopsel mehr fanden wurde klar
was passiert, wenn der fluss ohne ufer über die betroffenen
kommt.
„gott ist wie ein fluss – aber was ist ein fluss ohne
ufer“ – dieses zitat eines jesuitenprofessors(von wem
wohl sonst....?) ist mir in einem radiointerview aufgefallen und
es hat mich nicht mehr losgelassen – es stand am anfang meiner überlegungen
zur ausstellung „locus iste“.
der fluss und sein ufer – das gefäß, die hülle
und sein inhalt, die fassung als bild –als füllung und
materialisation
mystischen inhalts wählte ich bitumen – urprodukt des
zweistromlandes – mit desssen hilfe die zikkurats babylons
erst entstehen konnten – gleichzeitig gefährlich und
nützlich – in seiner natürlichen schwärze
tief und geheimnisvoll
diese arbeiten sind nun zum ausdruck meiner betroffenheit geraten – doch
auch zu einem ausdruck, dass nach allen schrecknissen und dem chaos
jeder fluss seinen lauf wieder findet, das ufer wieder fest ihn
umgibt.